Worum es geht
Vier Nachrichten von Tante Inge. Wählen Sie die Antwort, die ihr am meisten hilft: richtig in der Sache und freundlich im Ton.
Was Sie üben
Anderen ruhig und ohne Vorwurf helfen, eine Falle zu erkennen oder nach einem Fehler richtig zu handeln.
Ihre Lage in dieser Übung
Ihre Tante Inge schreibt Ihnen ab und zu im Messenger, wenn ihr etwas komisch vorkommt.
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Tante Inge
← Du, ich hab eine SMS bekommen: Mein Paket hängt beim Zoll, ich soll 1,99 € Gebühr zahlen, sonst geht es zurück. Soll ich auf den Link drücken?
Was antworten Sie?
- ✓ „Gut, dass du fragst! Das ist eine bekannte Masche – bitte nicht drücken, lösch die SMS. Wenn du ein Paket erwartest, schauen wir zusammen beim Paketdienst nach.“ – Genau. Klar in der Sache, freundlich im Ton – und Inge fragt beim nächsten Mal wieder.
- ✗ „Das sieht doch jeder, dass das Betrug ist!“ – In der Sache richtig, aber beschämend. Wer so eine Antwort bekommt, fragt beim nächsten Mal vielleicht nicht mehr – und genau das wollen Betrüger.
- ✗ „Drück drauf und schau, was kommt.“ – Der Link führt auf eine Seite, die Kartendaten will. Ein kleiner Betrag ist der Köder – nicht der Schaden.
Eine Falle – und eine gute Antwort darauf: erst loben, dass sie fragt, dann klar sagen, was zu tun ist, und Hilfe anbieten. So bleibt Fragen leicht.
Tante Inge
← Ich glaube, ich hab Mist gebaut 😟 Ich hab auf so einer Seite meine Kartennummer eingegeben. Ich trau mich gar nicht, es jemandem zu sagen.
Was antworten Sie?
- ✓ „Gut, dass du es mir sagst – das passiert auch klugen Leuten. Ruf jetzt gleich deine Bank an oder den Sperr-Notruf 116 116 und lass die Karte sperren. Ich ruf dich gleich danach an.“ – Genau. Erst entlasten, dann handeln: Sperren hat Vorrang. Reden kann man später.
- ✗ „Wie kann man nur so leichtsinnig sein?“ – Vorwürfe kosten jetzt Zeit und Mut. Scham ist genau der Grund, warum viele schweigen – und die Karte offen bleibt.
- ✗ „Warte erst mal ab, ob was abgebucht wird.“ – Abwarten hilft nur den Betrügern. Mit der Kartennummer kann sofort Geld abgebucht werden – sperren lassen, jetzt.
Nach einem Fehler zählt zweierlei: schnell handeln und keine Scham. Wer jemandem hilft, nimmt zuerst den Druck raus und nennt dann den nächsten Schritt.
Tante Inge
← Schnelle Frage: Hier ist ein Mann von der Computerfirma am Telefon, er sagt, ich hab Viren. Er wartet. Soll ich das Programm installieren, das er mir sagt?
Was antworten Sie?
- ✓ „Nein, bitte nicht! Leg einfach auf – kein Hersteller ruft so an. Ich ruf dich gleich an.“ – Genau. Kurz und klar – Inge muss jetzt handeln, nicht lesen. Erklären können Sie danach am Telefon.
- ✗ „Mach mal, die kennen sich ja aus.“ – Mit dem Programm bekäme der Anrufer Fernzugriff auf Inges Computer – auf Dateien und Online-Banking.
- ✗ „Frag ihn erst nach seinem Namen und seiner Firma.“ – Darauf hat er eine Antwort parat – und Inge bleibt länger am Telefon. Hier hilft nur: auflegen.
Eine Falle: angeblicher Technik-Support. Wenn jemand gerade in der Situation steckt, hilft eine kurze, klare Anweisung mehr als eine Erklärung. Die Erklärung kommt danach.
Tante Inge
← Die Stadtbücherei schreibt mir, dass meine zwei Bücher am Freitag zurückmüssen. Ist das auch Betrug? Man weiß ja nie.
Was antworten Sie?
- ✓ „Klingt ganz normal: Du hast ja Bücher ausgeliehen, und niemand will Geld oder Daten. Verlängern kannst du über die Bücherei-Seite, die du sonst auch nimmst.“ – Genau. Gemeinsam prüfen statt pauschal misstrauen: Anlass passt, keine Forderung, kein Druck.
- ✗ „Heutzutage ist alles Betrug – lösch es lieber.“ – Pauschales Misstrauen hilft nicht: Dann gehen auch echte Nachrichten unter, und Inge zahlt am Ende Mahngebühren.
Echt – und auch das gehört zum Helfen: nicht alles verdächtigen. Wer zusammen prüft, ob Anlass, Absender und Forderung passen, hilft mehr als ein pauschales „lösch es“.
Drei Dinge, die beim Helfen helfen
Die Frage loben
„Gut, dass du fragst“ hält die Tür offen. Wer sich bloßgestellt fühlt, fragt beim nächsten Mal seltener.
Kurz, wenn es eilt
Steckt jemand mittendrin – ein Anrufer in der Leitung, die Kartennummer eingegeben –, zuerst eine klare Anweisung. Erklären kann man danach.
Gemeinsam prüfen statt alles verdächtigen
Nicht alles ist Betrug. Schauen Sie zusammen, ob Anlass, Absender und Forderung zusammenpassen.
Alle Firmen, Personen, Adressen und Nummern in den Übungen sind ausgedacht. Ähnlichkeiten mit echten Firmen oder Personen wären rein zufällig und nicht beabsichtigt.