Worum es geht

Fünf Proben wie bei einer Feueralarm-Übung: Etwas ist schiefgegangen – was tun Sie zuerst? Jetzt in Ruhe geübt, fällt es im Ernstfall schneller ein.

Was Sie üben

Die ersten Schritte im Notfall kennen, bevor man sie braucht, und die wichtigen Nummern auf Papier haben.

Übung

Die Übung zum Mitmachen braucht JavaScript. Ohne JavaScript sehen Sie hier alle Nachrichten mit ihrer Auflösung zum Durchlesen.

Probe 1: Am Telefon

Sie haben einem Anrufer eben eine TAN vorgelesen. Nach dem Auflegen kommt Ihnen das komisch vor.

Was tun Sie zuerst?

  • ✓ Sofort die Bank über die Nummer auf der Karte anrufen oder den Sperr-Notruf 116 116 – und Online-Banking sperren lassen. – Genau. Bei Bankdaten zählt jede Minute: zuerst sperren, dann alles andere.
  • ✗ Erst einmal abwarten, ob etwas abgebucht wird. – Dann ist es meist zu spät. Mit der TAN kann der Anrufer jetzt Geld bewegen – sperren Sie sofort.
  • ✗ Den Anrufer zurückrufen und ihn bitten, nichts zu tun. – Der Anrufer ist der Betrüger. Rufen Sie Ihre Bank an – über die Nummer auf der Karte.

Bankdaten, Kartennummer oder TAN weitergegeben: Zuerst sperren lassen – über die Nummer auf der Karte oder den Sperr-Notruf 116 116. Der Sperr-Notruf ruft selbst nie an.

Probe 2: Am Computer

Sie haben einem angeblichen Techniker erlaubt, auf Ihren Computer zuzugreifen. Er ist noch verbunden und bewegt den Mauszeiger.

Was tun Sie zuerst?

  • ✓ Den Computer sofort vom Internet trennen – WLAN aus oder Kabel ziehen – und ausschalten. – Genau. Ohne Verbindung kann der Fremde nichts mehr tun. Danach ändern Sie Ihre wichtigen Passwörter von einem anderen Gerät aus.
  • ✗ Schnell am selben Computer das Passwort fürs Online-Banking ändern. – Nicht an diesem Gerät: Der Fremde sieht womöglich jede Eingabe mit. Erst trennen, dann von einem anderen Gerät ändern.
  • ✗ Den Techniker bitten, sich abzumelden. – Darauf haben Sie keinen Einfluss. Trennen Sie die Verbindung selbst – WLAN aus, Kabel ziehen.

Fernzugriff erlaubt: zuerst das Gerät vom Internet trennen und ausschalten. Dann Passwörter von einem anderen Gerät ändern, der Bank Bescheid geben und das Gerät prüfen lassen, bevor Sie es wieder fürs Banking nutzen.

Probe 3: Auf einer Webseite

Sie haben auf einer Seite, die wie Ihr Mail-Anbieter aussah, Ihr Passwort eingegeben. Erst danach fiel Ihnen die seltsame Adresse auf.

Was tun Sie zuerst?

  • ✓ Das Passwort sofort ändern – über die echte Seite, die Sie selbst öffnen – und überall dort, wo Sie es auch benutzen. – Genau. Ein neues Passwort macht das gestohlene wertlos. Schalten Sie danach, wo möglich, einen Passkey oder die Zwei-Faktor-Anmeldung ein.
  • ✗ Die Mail mit dem Link löschen – damit ist es erledigt. – Das Passwort haben die Betrüger trotzdem. Ändern Sie es – und heben Sie die Mail als Beweismittel auf.

Passwort eingegeben: sofort ändern, überall dort, wo Sie es benutzen, und Sicherheitsfragen gleich mit. Danach wo möglich Passkey oder Zwei-Faktor einschalten.

Probe 4: Nur getippt

Sie haben in einer Paket-SMS auf den Link getippt. Eine Seite ging auf – eingegeben haben Sie nichts.

Was tun Sie?

  • ✓ Ruhig bleiben: Seite schließen, das neueste Update installieren und auf weitere seltsame Nachrichten achten. – Genau. Ein Tipp allein ist meist harmlos, solange Sie nichts eingegeben oder installiert haben. Aktuelle Updates schließen bekannte Lücken.
  • ✗ Sofort alle Konten kündigen. – Das ist nicht nötig. Eingegeben haben Sie nichts – Updates installieren und wachsam bleiben genügt.

Nur geklickt oder getippt, nichts eingegeben: kein Grund zur Panik. Seite schließen, Updates installieren, am Computer den eingebauten Virenschutz prüfen lassen – und die Nachricht dann löschen.

Probe 5: Geld weg

Sie haben vor einer Stunde 149 Euro an einen Shop überwiesen, der sich als Fake-Shop herausstellt.

Was tun Sie zuerst?

  • ✓ Sofort die Bank anrufen – manchmal lässt sich eine Überweisung noch zurückholen. – Genau. Je früher die Bank Bescheid weiß, desto eher klappt es. Danach Anzeige erstatten und alle Nachrichten aufheben.
  • ✗ Niemandem etwas sagen – es ist ja peinlich. – Das hilft nur den Betrügern. Es passiert auch umsichtigen Menschen. Bank, Polizei und Familie helfen – und es schützt auch andere.

Geld überwiesen: sofort die Bank anrufen, dann Anzeige erstatten – bei der Polizei vor Ort oder über die Onlinewache. Kontoauszüge und Nachrichten aufheben. Und darüber reden: Scham hilft nur den Betrügern.

Ihre Notfallkarte

Ausfüllen, ausdrucken und neben das Telefon oder zu den Bankunterlagen legen. Hatte ein Fremder Zugriff auf Ihren Computer, sollen Sie ihn nicht mehr benutzen – dann hilft Papier. Was Sie hier eintippen, wird nicht gespeichert.

Notfallkarte

116 116 – Sperr-Notruf für Karten und Online-Banking (aus dem Ausland +49 116 116)

110 – Polizei, selbst gewählt

Notfallplan: uebung-macht-sicher.de/de/notfall

Den Plan griffbereit haben

  • Der Rettungsring oben auf jeder Seite führt direkt zum Notfallplan.
  • Den Plan einmal ausdrucken und zur Karte legen.
  • Den Plan als Lesezeichen auf Handy und Computer speichern.
Quellen (geprüft am 1. Oktober 2026)

Die Proben folgen den Schritten des Notfallplans; Nummern und Quellen stehen dort (geprüft am 27. September 2026). Dazu: sperr-notruf.de, Häufige Fragen · Polizeiliche Kriminalprävention, „Vorsicht: Falscher Polizist am Telefon“ (Nummern am Telefon griffbereit).

Alle Firmen, Personen, Adressen und Nummern in den Übungen sind ausgedacht. Ähnlichkeiten mit echten Firmen oder Personen wären rein zufällig und nicht beabsichtigt.

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