Vorweg: Das passiert auch umsichtigen, klugen Menschen. Betrüger sind Profis und arbeiten mit Druck und Überraschung. Wichtig ist jetzt, ruhig, schnell und in der richtigen Reihenfolge zu handeln.
Akute Gefahr? Die 110
Bedroht Sie jemand, will jemand Geld oder Wertsachen bei Ihnen abholen oder steht vor Ihrer Tür: Wählen Sie die 110 . Betrüger können die Nummer fälschen, die Ihr Telefon anzeigt – sogar die 110. Die echte Polizei ruft nie mit der 110 im Display an. Wollen Sie einen Anruf überprüfen, legen Sie erst richtig auf oder nehmen Sie ein anderes Telefon – und wählen Sie die 110 dann selbst.
Die Schritte
Nur geklickt, aber nichts eingegeben? Auch ein Klick allein kann schaden, wenn die Seite Schadsoftware versteckt. Lassen Sie Ihren Virenschutz den ganzen Computer prüfen – unter Windows ist das die eingebaute Windows-Sicherheit: selbst öffnen (Startmenü, „Windows-Sicherheit“ eintippen), dann Viren- & Bedrohungsschutz → Scanoptionen → Vollständige Überprüfung. Das kann einige Stunden dauern. Am Mac prüft der eingebaute Schutz von selbst; am Handy installieren Sie das neueste Update. Sehen Sie außerdem nach, ob sich Virenschutz, Browser und Betriebssystem automatisch aktualisieren.
Bankdaten, Kartennummer oder TAN eingegeben – oder eine Zahlung in der Banking-App freigegeben? Rufen Sie sofort Ihre Bank an – über die Nummer auf Ihrer Karte oder in Ihrer Banking-App – und lassen Sie Karte oder Online-Banking sperren. Rund um die Uhr hilft auch der Sperr-Notruf 116 116 : Er sperrt Girocard, Kredit- und Debitkarten, Online-Banking, den Online-Ausweis und SIM-Karten aller Banken und Anbieter, die ihm angeschlossen sind; bei den übrigen sperren Sie direkt beim Herausgeber. Aus dem deutschen Festnetz ist der Anruf kostenlos, aus dem Mobilfunknetz können Gebühren anfallen; aus dem Ausland +49 116 116 oder +49 30 4050 4050 (dann je nach Anbieter mit Gebühren). Der Sperr-Notruf ruft selbst nie an.
Passwort eingegeben? Ändern Sie es sofort – und überall dort, wo Sie dasselbe Passwort benutzen. Ändern Sie auch Sicherheitsfragen. Wo angeboten, stellen Sie auf Passkeys um – Anmelden mit Fingerabdruck oder Gesicht statt Passwort. Sonst schalten Sie, wo möglich, die Zwei-Faktor-Anmeldung ein: Zum Passwort kommt dann ein zweiter Nachweis, etwa ein Code auf Ihr Handy.
Fernzugriff erlaubt oder etwas installiert? Trennen Sie das Gerät sofort vom Internet (WLAN aus, Kabel ziehen) und schalten Sie es aus. Ändern Sie Ihre wichtigen Passwörter – vor allem fürs Online-Banking und Ihre E-Mail – von einem anderen Gerät aus, dem Sie vertrauen. Sagen Sie Ihrer Bank Bescheid. Lassen Sie das Gerät von einer Fachkraft oder einer Vertrauensperson prüfen und das Fernwartungsprogramm entfernen, bevor Sie es wieder für Online-Banking nutzen.
Geld überwiesen? Melden Sie sich sofort bei Ihrer Bank – manchmal lässt sich eine Überweisung noch zurückholen. Heben Sie Kontoauszüge und alle Nachrichten auf.
Anzeige erstatten. Bei der Polizei vor Ort oder online über die Onlinewachen der Länderpolizeien – die sind nicht für Notfälle gedacht, dann gilt die 110. Die Nachricht, auf die Sie hereingefallen sind, ist ein Beweismittel: bitte nicht löschen.
Konten im Blick behalten. Prüfen Sie in den nächsten Wochen Ihre Kontoauszüge besonders regelmäßig und sehen Sie nach, ob weitere Konten betroffen sind.Rechtzeitig erkannt?
Haben Sie nichts angeklickt und nichts eingegeben, müssen Sie die Nachricht nicht aufheben. Leiten Sie eine betrügerische Mail an phishing@verbraucherzentrale.nrw weiter – direkt, nicht als Anhang. Die Verbraucherzentrale NRW warnt damit andere im Phishing-Radar. Danach können Sie die Mail löschen.
Keine Scham – sagen Sie es weiter
Viele schweigen aus Verlegenheit. Das hilft nur den Betrügern. Erzählen Sie es Familie oder Freunden – das schützt auch sie.
Quellen (geprüft am 27. September 2026): sperr-notruf.de, Häufige Fragen · Verbraucherzentrale NRW, „Phishing-Mails: Woran Sie sie erkennen und worauf Sie achten müssen “ (Stand 25. März 2026) · Polizeiliche Kriminalprävention, „Tech Support Scam: Falsche Software-Mitarbeiter am Telefon “ (19. Mai 2025) und „Falsche Microsoft-Mitarbeiter “ · Bayerische Polizei, „Warnung vor Betrügern am Telefon “ (22. Oktober 2025) und „Organisierter Callcenterbetrug – Falsche Polizeibeamte “ (29. Juni 2026) · BSI, „Passkeys – anmelden ohne Passwort “ · Onlinewachen der Polizeien der Länder · Virenschutz (geprüft am 29. September 2026): Microsoft, „Viren- und Bedrohungsschutz in der Windows-Sicherheit-App “ · Apple, „Schutz vor Malware in macOS “.
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