Worum es geht

In Ihrem Übungspostfach sind zehn Mails eingegangen. Einige sind echt, einige sind Fallen. Öffnen Sie jede, sehen Sie genau hin und entscheiden Sie: echt oder Falle? Danach sehen Sie sofort, woran man es erkennt.

Was Sie üben

Den echten Absender aufdecken, das wahre Linkziel lesen, gefährliche Anhänge erkennen.

Ihre Lage in dieser Übung

Sie heißen hier Alex Neumann. Ihr Konto führen Sie bei der Uferbank, und Sie haben ein Abo bei Kinowolke. Am Wochenende haben Sie bei Kaufkranich einen Wasserkocher bestellt, und Ihr Bruder Jonas wollte Ihnen Fotos vom Grillen schicken.

Tipp: Zeigen Sie mit der Maus auf einen Link, ohne zu klicken, und lesen Sie nur die Adresse. Am Handy nehmen Sie hier den Knopf „Linkziel zeigen“ – in echten Nachrichten berühren Sie den Link am besten gar nicht.

Auf dem echten Handy: Links nicht antippen und auch nicht den Finger darauf halten. Ein zu kurzer Druck ist ein Tipp, und manche Handys zeigen dabei schon eine Vorschau der Seite. Im Zweifel öffnen Sie die App oder die bekannte Adresse selbst. Wohin ein Link führt, sehen Sie am PC, ohne ihn zu öffnen: mit der Maus darauf zeigen, nicht klicken. In SMS steht die Adresse meist ohnehin als Text da – dort genügt Lesen.

iPhone: Erscheint doch einmal eine Vorschau, tippen Sie nicht darauf – ein Tipp daneben schließt sie.

Übung

Die Übung zum Mitmachen braucht JavaScript. Ohne JavaScript sehen Sie hier alle Nachrichten mit ihrer Auflösung zum Durchlesen.

Paketmöwe Kundenservice <service@paketmoewe-zustellung.test>

Ihre Sendung wartet: Zollgebühr von 1,99 € offen

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

Ihre Sendung mit der Nummer PM-4471-0925 konnte nicht zugestellt werden, weil eine Zollgebühr von 1,99 € offen ist.

Bitte begleichen Sie den Betrag innerhalb von 24 Stunden, sonst geht die Sendung an den Absender zurück: [Jetzt Gebühr bezahlen → https://paketmoewe.test.zoll-gebuehr.test/bezahlen]

Ihr Paketmöwe-Team

Richtig erkannt: Das ist eine Falle.

Eine Falle. Das Linkziel gehört einer ganz anderen Adresse, und die Mail drängt zu einer schnellen Zahlung. Auch echte Paketdienste verschicken manchmal Zahlungslinks für Zoll – zahlen Sie trotzdem nur in der App oder auf der Seite, die Sie selbst öffnen.

  • Die Absenderadresse endet auf paketmoewe-zustellung.test – nicht auf paketmoewe.test, der Adresse des Paketdienstes. Ein angehängtes Wort macht daraus eine ganz andere Adresse.
  • Das Linkziel beginnt zwar mit „paketmoewe.test“, entscheidend ist aber, was direkt vor der Endung steht: zoll-gebuehr.test. Der Anfang ist nur Tarnung.
  • Kleiner Betrag plus Frist: Für 1,99 € denkt kaum jemand lange nach – genau darauf zielt die Masche. Auf der nachgemachten Seite wird dann die Kreditkartennummer verlangt.

Uferbank <service@uferbank.example>

Ihr Kontoauszug für September liegt bereit

Guten Tag Alex Neumann,

Ihr Kontoauszug für September 2026 liegt in Ihrem Online-Banking unter „Postfach“ für Sie bereit.

Aus Sicherheitsgründen enthält diese Mail keinen Link. Bitte melden Sie sich wie gewohnt über unsere App oder die Ihnen bekannte Adresse an.

Freundliche Grüße Ihre Uferbank

Richtig: Diese Nachricht ist echt.

Echt. Nichts in dieser Mail verlangt, dass Sie über einen Link etwas eingeben oder bezahlen.

  • Die Absenderadresse endet auf uferbank.example und passt damit zu Ihrer Bank. Allein beweist das wenig, denn Absender lassen sich fälschen – hier kommt aber dazu, dass die Mail nichts von Ihnen will.
  • Kein Zeitdruck, kein Link, keine Aufforderung zur Eingabe. Dass die Mail Ihren Namen kennt, beweist nichts – den kennen Betrüger manchmal auch. Entscheidend ist: Sie sollen sich selbst auf dem gewohnten Weg anmelden.

Paketmöwe <benachrichtigung@paketmoewe.test>

Ihre Sendung von Kaufkranich kommt heute

Guten Tag Alex Neumann,

Ihre Sendung von Kaufkranich (Bestellung 3310-8842) kommt heute zwischen 10 und 14 Uhr.

Wo Ihr Paket gerade ist, sehen Sie hier: [Sendung verfolgen → https://klick.email-versand.test/pm/8KX2QF]

Ihr Paketmöwe-Team

Richtig: Diese Nachricht ist echt.

Echt. Die Mail passt zu Ihrer Bestellung und will nichts von Ihnen. Den Link brauchen Sie trotzdem nicht: Wer nachsehen möchte, öffnet die Paketmöwe-App oder tippt die Adresse selbst ein. Und wer hier „Falle“ gewählt hat, hat nichts falsch gemacht – ein Fehlalarm kostet wenig.

  • Die Absenderadresse endet auf paketmoewe.test, der Adresse des Paketdienstes. Allein beweist das wenig – hier passt aber auch der Inhalt: Ihre Bestellung und der Tag, den Kaufkranich genannt hat.
  • Das Linkziel gehört email-versand.test, nicht Paketmöwe. Echte Firmen verschicken Mails oft über solche Versanddienste – ein fremdes Linkziel allein heißt also noch nicht „Falle“. Sicher sagen lässt es sich an der Adresse aber nicht.
  • Keine Zahlung, keine Daten, keine Frist – nur eine Nachricht, die zu Ihrer Bestellung passt.

Uferbank Sicherheit <sicherheit@uferbank-kundenpruefung.example>

Wichtig: Ihr Online-Banking wurde vorübergehend eingeschränkt

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

bei einer Routineprüfung haben wir ungewöhnliche Anmeldeversuche festgestellt. Zu Ihrem Schutz haben wir Ihren Zugang eingeschränkt.

Bestätigen Sie jetzt Ihre Identität, damit Ihr Konto nicht dauerhaft gesperrt wird: [Identität bestätigen → https://uferbank-login.example/sicherheit/bestaetigen]

Nach Ablauf von 48 Stunden müssen wir Ihr Konto aus Sicherheitsgründen schließen.

Mit freundlichen Grüßen Ihr Sicherheitsteam der Uferbank

Richtig erkannt: Das ist eine Falle.

Eine Falle. Ihre Bank fordert Sie nicht über einen Link auf, Ihre Zugangsdaten einzugeben – im Zweifel öffnen Sie die Banking-App selbst.

  • uferbank-kundenpruefung.example ist nicht die Adresse der Bank (uferbank.example). Ein Bindestrich und ein zusätzliches Wort ergeben eine völlig andere Adresse.
  • Das Linkziel ist uferbank-login.example – auch das ist nicht uferbank.example.
  • Angst plus Frist: drohende Sperre, 48 Stunden. Seriöse Banken fordern Sie nicht per Mail-Link auf, Zugangsdaten, PIN oder TAN einzugeben.

Buchhaltung <rechnung@buero-verwaltung.test>

Offene Rechnung Nr. 2026-3381 – letzte Mahnung

Guten Tag,

trotz unserer Erinnerung ist die Rechnung Nr. 2026-3381 über 284,90 € noch offen. Die Einzelheiten finden Sie im Anhang.

Bitte begleichen Sie den Betrag umgehend, um weitere Kosten und ein Inkassoverfahren zu vermeiden.

📎 Rechnung_2026-3381.pdf.html

Richtig erkannt: Das ist eine Falle.

Eine Falle: eine getarnte Webseite, verpackt in eine Mahnung, die Angst machen soll.

  • Die Datei endet auf .html – das ist eine Webseite, kein PDF. Das „.pdf“ davor ist nur Tarnung. Geöffnet zeigt sie oft ein nachgemachtes Anmeldefenster, das Ihr Passwort abgreift.
  • Ein Absender ohne Firmennamen, den Sie nicht kennen – und bei dieser Firma haben Sie nichts bestellt.
  • „Letzte Mahnung“ und „Inkasso“ sollen Angst machen, damit Sie den Anhang schnell öffnen, statt nachzudenken.

Kaufkranich <bestellung@kaufkranich.example>

Ihre Bestellung ist unterwegs

Hallo Alex Neumann,

gute Nachricht: Ihre Bestellung 3310-8842 (Wasserkocher, Edelstahl) ist unterwegs und kommt voraussichtlich in den nächsten Tagen.

Die Sendung können Sie in Ihrem Kundenkonto verfolgen: [Bestellung ansehen → https://www.kaufkranich.example/konto/bestellungen/3310-8842]

Viele Grüße Ihr Kaufkranich-Team

Richtig: Diese Nachricht ist echt.

Echt. Absender und Linkziel passen zum Shop, und Sie erwarten genau diese Lieferung. Noch sicherer: das Kundenkonto selbst über ein Lesezeichen öffnen.

  • Der Absender endet auf kaufkranich.example und passt damit zum Shop – was allein noch nichts beweist, denn Absender lassen sich fälschen.
  • Das Linkziel ist ebenfalls kaufkranich.example. Das „www.“ davor ändert daran nichts.
  • Sie haben den Wasserkocher wirklich bestellt, die Mail nennt Ihre Bestellung, und niemand will Geld oder Daten von Ihnen.

Kinowolke <konto@kinowolke-konto.example>

Ihre Zahlung ist fehlgeschlagen – Konto wird pausiert

Hallo,

leider konnten wir die Monatsgebühr von 9,99 € nicht abbuchen. Ihr Konto wird deshalb pausiert.

Aktualisieren Sie Ihre Zahlungsdaten, um weiterhin Filme und Serien zu sehen: [Zahlungsdaten aktualisieren → https://kinowolke.example-kundenkonto.example/zahlung]

Ihr Kinowolke-Team

Richtig erkannt: Das ist eine Falle.

Eine Falle. Das Linkziel gehört nicht dem Streamingdienst – auch wenn sein Name darin vorkommt.

  • Der Absender endet auf kinowolke-konto.example statt auf kinowolke.example.
  • Hier steht „kinowolke.example-kundenkonto.example“: Nach „kinowolke“ kommt ein Punkt, danach geht es mit Bindestrich weiter. Die Adresse gehört also example-kundenkonto.example.
  • Drohende Pause, kleiner Betrag. Die fehlende Anrede ist nur ein schwaches Zeichen – entscheidend ist: Zahlungsdaten ändert man nur im selbst geöffneten Kundenkonto.

Jonas Neumann <jonas.neumann@beispielpost.test>

Fotos vom Grillen

Hallo Alex,

wie versprochen die Fotos vom Grillen. Das mit dem Kuchen musst du dir ansehen!

Liebe Grüße Jonas

📎 IMG_2041.jpg

📎 IMG_2043.jpg

Richtig: Diese Nachricht ist echt.

Echt. Erwartet, von bekannter Adresse, harmlose Anhänge. Wäre etwas seltsam – ein Link statt Fotos, eine Bitte um Geld –, würden Sie Jonas kurz anrufen.

  • Die Adresse kennen Sie – es ist die Ihres Bruders, und er hat die Fotos angekündigt.
  • Normale Fotos (.jpg), und Sie haben sie erwartet.
  • Persönlicher Ton, ein gemeinsames Erlebnis, keine Bitte um Geld oder Daten.

Aktenamsel <benachrichtigung@aktenamsel.example>

Uferbank Kundenservice hat ein Dokument mit Ihnen geteilt

Uferbank Kundenservice (uferbank.kundenservice@beispielpost.test) hat ein Dokument mit Ihnen geteilt:

Kontoueberpruefung_2026.pdf – „Bitte bis Ende der Woche prüfen und bestätigen, sonst wird Ihr Online-Banking eingeschränkt.“

Das Dokument liegt für Sie bereit: [Dokument öffnen → https://aktenamsel.example/d/7Hq2]

Aktenamsel – Dateien und Formulare einfach teilen

Richtig erkannt: Das ist eine Falle.

Eine Falle – obwohl Absender und Linkziel echt sind. Die Plattform ist echt, das Dokument nicht: Dort kann jeder Dateien unter fremdem Namen teilen. Achten Sie deshalb auch darauf, wer teilt und ob der Weg zu Ihrer Bank passt. Im Zweifel öffnen Sie die Banking-App selbst.

  • Der Absender stimmt: aktenamsel.example ist die Adresse der Plattform, über die das Dokument geteilt wurde. Wer es geteilt hat, steht im Text – und das ist nicht Ihre Bank, sondern eine private Mailadresse bei beispielpost.test.
  • Auch das Linkziel stimmt: aktenamsel.example. Hier endet die Adress-Regel – sie zeigt nur, dass die Seite bei der Plattform liegt, nicht, wer die Datei dort abgelegt hat. Auf solchen Plattformen kann jeder ein Konto anlegen und unter jedem Namen teilen.
  • Banken stellen Dokumente üblicherweise ins Postfach im Online-Banking – dass Ihre Bank plötzlich über eine fremde Plattform teilt, passt nicht dazu. Frist und drohende Einschränkung sind der Köder: Hinter dem Link wartet meist ein nachgemachtes Anmeldefenster.

Wiesenkauf Gewinnspiel <gewinn@wiesenkauf-aktion.test>

Herzlichen Glückwunsch! Ihr 500-€-Einkaufsgutschein wartet

Herzlichen Glückwunsch!

Sie wurden als Gewinnerin oder Gewinner unseres Jubiläums-Gewinnspiels ausgelost und erhalten einen Einkaufsgutschein über 500 €.

Lösen Sie Ihren Gewinn innerhalb von 12 Stunden ein. Für den Versand fällt nur eine Bearbeitungsgebühr von 2 € an: [Gewinn jetzt abholen → https://wiesenkauf-gutschein.test/abholen?id=58213]

Richtig erkannt: Das ist eine Falle.

Eine Falle. Ein Gewinn, für den man zuerst zahlen soll, ist keiner.

  • Sie haben an keinem Gewinnspiel teilgenommen. Und wer wirklich gewinnt, muss nichts bezahlen – schon gar nicht per Link.
  • wiesenkauf-aktion.test ist nicht wiesenkauf.test.
  • Das Linkziel gehört wiesenkauf-gutschein.test – wieder eine andere Adresse.

Alle Firmen, Personen, Adressen und Nummern in den Übungen sind ausgedacht. Ähnlichkeiten mit echten Firmen oder Personen wären rein zufällig und nicht beabsichtigt.

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