Worum es geht

Fünf Situationen auf Computer oder Handy. Plötzlich erscheint etwas – und Sie entscheiden, was Sie tun. Es kann mehr als eine gute Antwort geben.

Was Sie üben

Ein Alarmfenster ruhig schließen – ohne anzurufen, ohne Fernwartung und ohne etwas einzutippen, was eine Seite verlangt.

Tipp: Wählen Sie Ihre Antwort in der Liste aus. Die genannten Tasten bitte nicht hier in der Übung drücken – sie würden diese Seite schließen.

Übung

Die Übung zum Mitmachen braucht JavaScript. Ohne JavaScript sehen Sie hier alle Nachrichten mit ihrer Auflösung zum Durchlesen.

Sicherheitswarnung: Ihr Computer wurde gesperrt

Auf Ihrem Computer wurde gefährliche Schadsoftware gefunden (Fehlercode 0x80070422).

Ihre Passwörter, Fotos und Bankdaten sind in Gefahr.

Schalten Sie den Computer NICHT aus. Rufen Sie sofort den technischen Support an:

  • ✗ Die Nummer anrufen – dort hilft ja jemand. – Genau das wollen die Betrüger. Am Telefon überreden sie Sie, eine Fernwartung zu erlauben oder für eine angebliche Reparatur zu bezahlen.
  • ✗ Auf „OK“ oder „Scan starten“ im Fenster klicken. – Knöpfe in diesem Fenster gehören den Betrügern. Oft startet ein Klick einen Download oder öffnet noch mehr Fenster.
  • ✓ Das Fenster bzw. den Browser-Tab (die Registerkarte oben im Browser) schließen – Strg + W, am Mac ⌘ + W. – Richtig. Das ist nur eine Webseite, die sich als Warnung verkleidet. Schließen genügt. Reagiert die Tastatur nicht, halten Sie die Esc-Taste zwei Sekunden gedrückt – dann verlässt der Browser das Vollbild. Klappt auch das nicht, beenden Sie den Browser: unter Windows notfalls über den Task-Manager (Strg + Umschalt + Esc), am Mac mit ⌘ + Wahltaste + Esc. Bietet der Browser danach an, die letzten Seiten wiederherzustellen: ablehnen – sonst ist die Warnung zurück.
  • ✓ Den Computer neu starten. – Auch in Ordnung: Ein Neustart beendet die Webseite. Die Drohung „NICHT ausschalten“ ist Teil der Masche. Wichtig danach: Bietet der Browser an, die letzten Seiten wiederherzustellen, lehnen Sie ab – sonst öffnet er die Warnung gleich wieder.

Eine Falle. Echte Sicherheitsprogramme zeigen keine Telefonnummer, die Sie anrufen sollen. Das Fenster ist eine Webseite im Vollbild – und die lässt sich schließen.

Ihr Gerät ist langsam! 17 Probleme gefunden

Speicher zu 94 % voll

Akku beschädigt – sofort handeln

Jetzt die Reinigungs-App installieren und das Gerät retten.

  • ✗ „Jetzt reinigen“ antippen und die App installieren. – Solche Apps kosten oft heimlich Geld im Abo, zeigen Werbung oder spionieren. Eine Webseite kann höchstens den Ladestand Ihres Akkus sehen – einen Schaden feststellen kann sie nicht.
  • ✗ Erst mal „Scan starten“ – schaden kann es ja nicht. – Der „Scan“ ist nur eine Animation. Er soll Sie beeindrucken, damit Sie danach installieren.
  • ✓ Die Seite schließen und weitersurfen. – Richtig. Das ist Werbung, die sich als Warnung verkleidet. Echte Hinweise zu Speicher oder Akku zeigt Ihr Gerät in seinen eigenen Einstellungen.

Eine Falle. Webseiten können weder Schäden am Akku noch einen vollen Speicher feststellen – solche „Warnungen“ sind Werbung mit Angstmache.

Bestätigen Sie, dass Sie ein Mensch sind

Drücken Sie gleichzeitig die Windows-Taste und R.

Drücken Sie Strg + V, um den Prüfcode einzufügen.

Drücken Sie die Eingabetaste.

  • ✗ Die drei Schritte ausführen – ist ja nur eine Prüfung. – Genau das ist die Falle: Die Seite hat heimlich einen Befehl in Ihre Zwischenablage gelegt. Mit Windows + R, Einfügen und Eingabe starten Sie ihn selbst – und holen sich damit Schadsoftware auf den Computer.
  • ✓ Die Seite schließen und nichts eintippen. – Richtig. Keine echte Prüfung verlangt, dass Sie Tastenkombinationen drücken oder etwas in ein Fenster Ihres Computers einfügen. Seiten, die das wollen, sind Betrug.
  • ✓ Jemanden fragen, der sich auskennt, bevor Sie etwas tun. – Auch gut: erst fragen, dann handeln. Die Antwort wird lauten: Seite schließen, nichts eintippen.

Eine Falle (Fachleute nennen sie „ClickFix“). Keine Webseite braucht Sie, um Befehle in Windows + R, ein Terminal oder die PowerShell einzufügen – egal, wie echt die Prüfung aussieht.

Kritisches Browser-Update erforderlich

Diese Seite kann nicht angezeigt werden, weil Ihr Browser nicht mehr sicher ist.

Laden Sie jetzt die neueste Version herunter, um fortzufahren.

  • ✗ Auf „Jetzt aktualisieren“ klicken und die Datei öffnen. – Die heruntergeladene Datei ist kein Update, sondern Schadsoftware. Echte Browser-Updates kommen nicht über eine Webseite.
  • ✗ Die Seite so lange neu laden, bis sie wieder geht. – Neu laden ändert nichts – die Aufforderung gehört zur Seite selbst. Schließen Sie sie.
  • ✓ Die Seite schließen und ein Update, falls nötig, in den Einstellungen des Browsers prüfen. – Richtig. Updates bringt der Browser selbst – automatisch oder über seine Einstellungen, nicht über eine Webseite, die Sie gerade besuchen.

Eine Falle. Updates für Ihren Browser kommen über seine Einstellungen oder automatisch, nicht über eine Webseite. Die Meldung ist der Köder für eine Datei mit Schadsoftware.

Aktualisierungen verfügbar

Für Ihr Gerät stehen Sicherheitsaktualisierungen bereit.

Sie können sie jetzt installieren oder einen späteren Zeitpunkt wählen.

  • ✓ Jetzt installieren. – Gut. Aktualisierungen über die Systemeinstellungen schließen Sicherheitslücken. Sichern Sie vorher wichtige Arbeit.
  • ✓ Später erinnern und heute Abend installieren. – Auch in Ordnung – nur nicht ewig aufschieben. Sicherheitsupdates sind wichtig.
  • ✗ Das ist bestimmt auch Betrug – immer wegklicken. – Diese Meldung kommt vom System selbst, nicht aus einem Browserfenster: keine Telefonnummer, keine Panik, keine Frist, kein Download von einer Webseite. Echte Updates dauerhaft zu ignorieren macht das Gerät unsicherer.

Echt. Die Meldung kommt aus den Systemeinstellungen, nennt keine Telefonnummer und macht keinen Druck. Nicht alles, was aufpoppt, ist eine Falle.

Keine Telefonnummern

Echte Sicherheitswarnungen fordern nie zum Anrufen auf. Eine Warnung mit Telefonnummer ist Betrug.

Schließen ist erlaubt

Ein bedrohliches Fenster im Browser ist nur eine Webseite. Schließen Sie es – notfalls den Browser beenden oder neu starten. Danach die letzten Seiten nicht wiederherstellen lassen.

Nichts eintippen, was eine Seite verlangt

Keine echte Prüfung verlangt Tastenkombinationen oder das Einfügen von Befehlen. Updates kommen über die Einstellungen von Browser oder Gerät, nicht über eine Webseite.

Keine Fernwartung

Lassen Sie nie Fremde auf Ihren Computer zugreifen, auch wenn sie am Telefon noch so freundlich klingen.

Schutz ist schon da

Windows bringt mit der Windows-Sicherheit einen eigenen Virenschutz mit, der Mac ebenso. Ein Schutzprogramm, das Ihnen eine Webseite aufdrängt, brauchen Sie nicht.

Alle Firmen, Personen, Adressen und Nummern in den Übungen sind ausgedacht. Ähnlichkeiten mit echten Firmen oder Personen wären rein zufällig und nicht beabsichtigt.

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